Neckbreaker CD-Review

Neckbreaker

Andreas vom unabhängigen Musikmagazin „Neckbreaker“ hat eine sehr schöne Review unerer neuen Platte geschrieben:

„Für eine große Überraschung sorgten GROMBIRA auf dem letztjährigen PsyKA-Festival in Karlsruhe. Orientalisch gekleidete, ältere Herren mit entsprechenden Instrumenten bewaffnet, machten sich dran das Festivalpublikum mit Sitar, Percussion und E-Bass in eine andere Welt zu entführen. Wirklich erstaunlich wie mühelos ihnen das auch mit Hilfe der Projektionen auf das Tuch hinter ihnen gelang. Nur eines hatten sie nicht: Merch, CDs!

Ein Album wäre in Planung, konnte ich später von Sänger sheyk rAleph erfahren, und so war ich mehr als gespannt, was mich wohl erwarten wird und ob die Würzburger das Live-Erlebnis konservieren können. Ich wurde nicht enttäuscht.
Sobald man das Album im Player startet, wägt man sich in einem Beduinenzelt, in dem gleich eine Bauchtanz-Feuerspuck-Show startet. Der Vorhang öffnet sich und jemand fängt an Kartoffeln zu kochen. Das macht er ganz mit Bedacht um dann zu Mitte der gut zehn Minuten Nummer diese zu pellen und gleich mit Schmackes zu „Püree“ zu zerstampfen. Eine spacige atmosphärische Nummer, die in eine handfeste Rocknummer mündet und die so ausklingt, wie sie begonnen hat.
Also dann auf den Teppich gesetzt und ihn zum Schweben gebracht, um zu „Carpe Noctem“ umherzugleiten und die nächtliche Szenerie von oben zu betrachten.
Ein wenig wird man durch den hypnotischen Sound eingelullt und mann kann sich dabei hervorragend entspannen. Hier zeigt Sänger sheyk rAleph auch mal, dass er nicht nur Kartoffeln schälen kann.
GROMBIRA, ein Wort welches sich seit der ersten Einfuhr der Knolle bzw. Frucht 1701 in die Region entwickelt hat, klingt selbst orientalisch-exotisch, auch für Menschen aus benachbarten Regionen des Frankenlandes.
Weiter geht die Reise mit „Caravan“ welches mit authentisch wirkenden Markt- und Karavanengeräuschen untermalt ist. Ein leichtes Gefühl auf einem schwankenden Kamel zu hocken, macht sich beim Hören breit.
Wieder sehr viel vertrackter und nun auch mal etwas rockiger baut sich ein Spannungsbogen zu „Goats In Space“ auf. Auch hier findet man passende Soundsamples wie Ziegengemecker.
Ich will ganz weit ausholen und behaupten, dass der Song sehr nach THE GATHERING zu Mandylion-Zeiten klingt.
Ich verzichte jetzt hier auf weitere Details der beiden letzten Songs und verrate nur so viel: Es ist tanzbar, für jeden hüftsteifen Tanzbär, und wirkt noch besser wenn ein Bauchtanz und/oder auch Feuertanz dazu aufgeführt wird. Ein Pflichtsoundtrack für jede Show einer Bauchtänzerin.
Der Klang der Platte ist, meine ich, oberstes High-End. Alles an Instrumentarium federt, hat Raum sich zu entfalten und man kann auch von einer gewissen Klangbühne sprechen – korrekt ausgerichtete Lautsprecher vorausgesetzt. Einziger Kritikpunkt wäre der etwas zu limitierte Gesang, jedoch kommt dieser selten vor und stört daher auch nicht.
Wer sagt denn das Franken keine orientalische Musik machen können? Franken können alles! Würzburger Musikfreaks erst recht. Ich werde noch ein wenig mit meinem Teppich im Wohnzimmer fliegen und Ali-Baba und die 40 Räuber dazu schauen, und ihr anderen: Ab, tanzen!“

Vielen Dank dafür, lieber Andreas!

http://neckbreaker.de/reviews/cd-reviews/9867-grombira-grombira

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