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LP Rezension

by Thomas Schüßler (@die babyblauen Seiten / ProgRock Archiv).

„Der Ausdruck „Grombira“ entstammt dem orientalischsten aller deutschen Dialekte, nämlich dem Schwäbischen 😉 und bedeutet so viel wie „Kartoffel“. Nach dieser schmackhaften Erdfrucht also benannten sich die vier Jungs, die sich 2008 im fränkischen Würzburg zusammentaten, um durch ihren „Spaß an Improvisation, Genre-Grenzen spielerisch zu überschreiten“. Nach zahlreichen Auftritten auf den Bühnen der Welt und einigen Singles EPs, brachten sie schließlich im Jahre 2017 ihre erste offizielle Platte beim Label Tonzonen auf den Markt. „Oriental Space Rock“ nennt die Band ihren Stil. Und damit könnte ich die Rezension eigentlich auch schon abschließen, denn genau das bekommt der Hörer auf den sechs Stücken zu hören. Ein paar mehr Worte sollen es dann aber doch sein. Die vier Musiker sind allesamt gestandene Personen, die schon an anderen Projekten beteiligt waren. Kopf des Unternehmens ist Ralph Nebl alias „sheyk rAleph“, der orientalische, persische und indische Musik studiert hat und die orientalischen Instrumente wie Sitar, Saz, Oud und div. Flöten ziemlich professionell beisteuert. Das Grundgerüst für die Musik ist irgendwo zwischen Kraut-, Psychedelic und Space Rock verortet. Mal gibt es nur orientalische Percussion als Begleitung, meist aber rumpelt das Schlagzeug ordentlich vor sich hin. Die Musik selbst ist sehr stark von den orientalischen Strömungen geprägt. So geht das eröffnende „Pürree“ sowie „Caravan“ in Richtung Nordafrika, während „Carpe Noctem“, „Goats in space“ und „Selma“ eher in die indisch/kurdische Ecke tendieren. Der weltmusikalische Anteil ist dabei sehr hoch und hört sich sehr versiert an. Die Verbindung der beiden Stile empfinde ich als außerordentlich gelungen, hier hat der studierte Orientologe saubere Arbeit geleistet. Und selbst wenn die akustische-orientalischen Instrumente mal in den Hintergrund treten und stattdessen die elektrische Saz nach vorne kommt, wie im Titel „Goats in space“, so geschieht dies auf hohem Niveau. Nebls Stimme ist angenehm, dürfte aber gerne etwas ausdrucksstärker sein. Grombira legen hier ein sehr erfrischendes Debut zwischen Orient und Okzident vor, das allen Krautrockern, die ein Faible für orientalische Klänge haben, gefallen sollte. Aber auch allen anderen Proggern, die weltmusikalischen Tönen aufgeschlossen gegenüber stehen, sei ein Reinhören auf der Bandcamp-Seite angeraten. Lockere 9 von 10.“

 

RoughTrade interview London 2018

Band Review 1-arte music magazine UKBand Review 2 - arte music magazine UK

 

MINT Magazine Review 2018

CD Review 1 - MINT Magazine

 

MainPost 2018

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